U 2 can b a Tepot

The typeriter is crating

A revlootion in peotry

The trypewiter is cretin

A revultion in peotry

(D.J. Enright, The Typewriter Revolution)

Wenn er im Verlassenen auf eine Schreibmaschine (Schreibmaschine! Computer spielen keine Rolle, allenfalls die über den Boden verstreuten Buchstabenwürfel) stößt, stößt er auf die sog. Ambivalenz. Er mag die zärtliche Antiquiertheit der Geräte, die filigrane Mechanik, die ineinandergreifenden Typenarme. (Nota bene: /12.1.2/ Du bist Wentelteffje mit zweiundvierzig Beinen, d.h. Typenarmen: Dein Gehen ist Niederschrift.) Und dort im Leerraum, dort, wo sie sich verknoten, im Halbrund des Amphitheaters, dort ist der Atem der Schrift – und die ganze Leere: der Vorwurf (lauf, Wentelteffje! Schreib!) und der Zweifel. (ZWEIFEL: Eines Nachmittags lud er mich nach der Arbeit zu sich auf ein Bier ein, und ich war überrascht, im Wohnzimmer auf eine Schreibmaschine zu stoßen. Es war ein altes, gut erhaltenes Modell. In der Walze steckte ein Blatt, und darauf stand ein einziger Satz: Werde ich jemals wieder schreiben können wie früher? – P. Cognetti, Mein Jahr in den Bergen.) Er geht zur Maschine, dreht an der Walze, und das Papier nimmt kein Ende: Immer steht da, schwarz auf weiß, sein Zweifel.

Die Namen sind Legion: FACIT OLIMPYA ARUSTOCART LOLITEVVI FRAMINTONG UNDERWORDS ALLIWETTIS. Aber der Name seiner Schreibmaschine ist nicht darunter. (Ach, wie gut …) Und überhaupt, er kann Poesie nicht ausstehen, nur dieses eine Gedicht, Mr. Enright, rechtfertigt den Umstand: Lyrik. (Und, btw., Musik ist Angst!) Aber worauf wollte er eigentlich hinaus? (i.e. the ?) Richtig (recte: right: WRITE!), Enright und die große Revolution: FACIT cry I!! FACIT cry I!! Damals gehört in den alphabetisierten Hörsälen, Tygirl tygirl burning bride, als gäbe es ein Wiedersehen in den Linien des öffentlichen Verkehrs: Pishing back the frontears. Aber was jetzt? TAB e or not TAB e? Und wo, Mr. Enwrite (sic!), steht deine Swetish Maid? Wenn man sie braucht? Denn eigentlich, müsste er sich eingestehen, hat er schon lange nicht mehr auf seiner Schreibmaschine geschrieben. Und überhaupt, was soll der ganze Affenzirkus, unherd of by Done or Bleak? Schließlich heißt es doch, die Magentafarben stünden im rechten Winkel zur Sonne, nicht wahr? – /LSD & $$$ = €$/

Steckt er nun also wieder mal mitten drinnen im sog. Infinite-Monkey-Theorem: Schrödingers Katze schnurrt in seinem Schoß und die Affen setzen sich an die Maschinen. Es sind unendlich viele Affen, die sich mit unendlich viel Geduld an unendlich viele Schreibmaschinen setzen und unendlich lange schreiben (d.h. tippen, zweifellos: Werde ich jemals wieder schreiben können wie früher?) Zufällig (alea als sog. Sprachspiel, und während Einsteins Alter immer noch nicht würfeln mag, würfeln die Affen an den Maschinen – U 2 can b a Tepot – wie die spielsüchtigen Dings) und zufälligerweise irgendwann einmal alle Bücher der Bibliothèque nationale de France. (Alternierend schreibt auch nur ein Affe, der … s.o. … und das Ergebnis sind die Gesammelten Werke des Herrn William Shakespeare: TAB e or not TAB e i.e. the ? Bzw. cf. Nähkästchen!) An dieser Stelle freilich muss ein Shakespeare (recte: Bacon)-Ego aufbegehren: U 2 can b a Tepot? Never ever. Denn ein Tepot (TEPOT: Das Verbum tasten bedeutet zuerst einmal blindes Tappen, in der Hoffnung, zufällig etwas zu finden. Heuristik. Tatsächlich ist dies die Methode, mit der Schimpansen Schreibmaschine schreiben, wobei sie auf sehr lange Sicht zufällig den gleichen Text wie den hier vorliegenden erzeugen müssen. Ich kann freilich nicht behaupten, mein eigenes Schreibmaschineschreiben als ein blindes Tappen zu erleben. Ich bin vielmehr überzeugt, dass mein Text nicht das Produkt eines notwendig gewordenen Zufalls ist, sondern dass ich meine Tasten absichtlich wähle. – V. Flusser, Ins Universum der technischen Bilder.), bitte, intendiert! Als Herr über das Papier, das wiederum (d.h. folgerichtig) noch in keiner einzigen Schreibmaschine im Verlassenen je eingespannt gewesen wäre. Da ist immer nur die schwarze Rolle, die er endlos drehen kann. Da ist immer nur die Verzweiflungsbereitschaft, schwarz auf schwarz. (In your face, Monsieur Mallarmé, du Würfelwurf: Das absolute Gedicht ist reines Schwarz.)

Und seine Intention? Worauf will er hinaus? Fabula docet? Die Fabel freilich lehrt nichts, kann nichts lehren, müsste sie doch anders formuliert sein: Es gibt unendlich viele Affen, die vor unendlich vielen Schreibmaschinen sitzen und unendlich lange schreiben. Irgendwann einmal werden sie eine Geschichte schreiben, in der von unendlichen vielen Affen die Rede ist, die vor unendlich vielen Schreibmaschinen sitzen und unendlich lange schreiben. Irgendwann einmal werden sie … (Cf. /12.1/) Unwahr ist ferner, dass von Schimpansen die Rede ist. Wahr ist vielmehr, dass es sich – seit unendlich langer Zeit an unendlich vielen Schreibmaschinen – naturgemäß um Gorillas (GORILLA-WERDEN: Die 150-jährige Geschichte medialer Repräsentation von Gorillas ist durchdrungen von Angst, Begehren und Ekel. – B. Arends, Gorilla-Werden.) gehandelt hat. Unwahr ist ferner, dass er in die Typenumarmung flieht. Wahr ist vielmehr, dass in seiner Schreibmaschine (einer sog. elektrischen) eine Kugel mit allen Buchstaben und Sonderzeichen rotiert, d.h. schreibt. Die Kugel, in etwa, ist so groß wie seine Faust, d.h. wie sein Herz: Tygirl tygirl burning bride / Y, this is L (recte: M!)