Mainland: Bezugspunkt, dogmatisch(-zersplittert)

Gott, diese einfache Einheit, ist gewesen; sie ist nicht mehr. Sie hat sich, ihr Wesen verändernd, voll und ganz zu einer Welt der Vielheit zersplittert. Gott ist gestorben und sein Tod war das Leben der Welt.

(Ph. Mainländer, Philosophie der Erlösung)

Die Weltbewegung ist also, in Beziehung auf den ersten Zerfall in die Vielheit, Bewegung aus dem für uns unbegreiflichen Ursein durch das wirkliche Sein in das absolute Nichtsein. Die erste Bewegung und die Entstehung der Welt sind ein und dasselbe. Alle folgenden Bewegungen waren nur Fortsetzungen dieser ersten, d.h. sie konnten nichts anderes sein, als wieder Zerfall oder weitere Zersplitterung.

(Ph. Mainländer, Philosophie der Erlösung)

Deshalb muß die Kraft durch den Weltprozeß abgetötet werden. Die Energie, dieser Wille zum Tode kommt seinem Ziel immer näher, je mehr er sich schwächt. Nun ist auf einmal Sinn in der Welt: Das Gesetz der Schwächung der Kraft ist Weltall-Gesetz. Für die Menschen heißt es Gesetz des Leidens.

(Ph. Mainländer, Philosophie der Erlösung)

Zwei reptilische Ergänzungen:

 

/6/ die ganze Welt, das Weltall, hat Ein Ziel, das Nichtsein, und erreicht es durch kontinuierliche Schwächung seiner Kraftsumme;

(Ph. Mainländer, Philosophie der Erlösung)

 

/7/ jedes Individuum wird durch Schwächung seiner Kraft, in seinem Entwicklungsgang bis zu dem Punkte gebracht, wo sein Streben nach Vernichtung erfüllt werden kann.

(Ph. Mainländer, Philosophie der Erlösung)

Aber auf dem Grunde sieht der immanente Philosoph im ganzen Weltall nur die tiefste Sehnsucht nach absoluter Vernichtung, und es ist ihm, als höre er deutlich den Ruf: Erlösung! Erlösung! Tod unserem Leben! Es handelt sich nicht darum, ein Geschlecht von Engeln zu erziehen, das dann immerfort, immerfort existiere, sondern um Erlösung vom Dasein. Und die trostreiche Antwort darauf: ihr werdet alle die Vernichtung finden und erlöst werden!

(Ph. Mainländer, Philosophie der Erlösung)